{"id":5403,"date":"2019-04-08T12:33:46","date_gmt":"2019-04-08T10:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.wi-lex.de\/?page_id=5403"},"modified":"2021-04-06T17:00:00","modified_gmt":"2021-04-06T15:00:00","slug":"virtuelle-universitaet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wi-lex.de\/lexikon\/uebergreifender-teil\/e-learning-strategie\/e-learning-in-der-tertiaeren-ausbildung\/virtuelle-universitaet\/","title":{"rendered":"Virtuelle Universit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Oliver Bendel\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/autoren\/autorenverzeichnis\/bendel-prof-dr-oliver\/\">Oliver Bendel<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Virtuelle Universit\u00e4ten sind Hochschulen bzw. Zusammenschl\u00fcsse von akademischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, die ihren Lehrbetrieb teilweise oder ganz computer- und vor allem internetbasiert abwickeln. Sie sind nicht nur f\u00fcr normale Studieng\u00e4nge interessant, sondern auch f\u00fcr die wissenschaftliche Weiterbildung.<\/em><\/p>\n<h2>Begriff<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Virtuelle Universit\u00e4ten \u2013 mit breiterem Fokus auch virtuelle Hochschulen genannt \u2013 sind Hochschulen bzw. Zusammenschl\u00fcsse von akademischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, die ihren Lehrbetrieb teilweise oder ganz computer- und vor allem internetbasiert abwickeln. Beispiele f\u00fcr Umsetzungen auf unterschiedlichem Niveau sind einzelne webbasierte Kurse, virtuelle Vorlesungen im Verbund, elektronisch unterst\u00fctzte bzw. virtuell durchgef\u00fchrte Studieng\u00e4nge und reine Online-Hochschulen ohne physischen Campus.<\/p>\n<h2>Ziele<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die virtuelle Universit\u00e4t bietet durch die Anwendung von <a title=\"Informations- und Kommunikationstechnologien\" href=\"..\/..\/lexikon\/daten-wissen\/Informationsmanagement\/IT-Infrastruktur\/Informations--und-Kommunikationstechnologien\/index.html\">Informations- und Kommunikationstechnologien<\/a> und digitalen Medien neuartige Lehr- und Lernformen sowie die M\u00f6glichkeit des r\u00e4umlich und zeitlich flexiblen Lernens. Die Lernenden k\u00f6nnen von personalisierten und bedarfsorientierten Umgebungen profitieren. Wichtige Methoden sind E-Training im Sinne l\u00e4ngerfristiger Lernma\u00dfnahmen, E-Collaboration als Lernen und Arbeiten in Gruppen und Just-in-time-E-Learning f\u00fcr das problemorientierte, leistungsunterst\u00fctzende Lernen. Typische Angebote sind Computer-based Trainings (CBTs), Web-based Trainings (WBTs), \u00dcbertragungen und Aufzeichnungen von Veranstaltungen mit Hilfe von Audio und Video sowie Massive Open Online Courses (MOOCs), also internetbasierte Kurse, die sich an viele Teilnehmende richten und offen f\u00fcr alle sind; verwendet werden L\u00f6sungen wie <a title=\"E-Mail\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/technologische-und-methodische-grundlagen\/rechnernetze-und-kommunikationssysteme\/internet\/e-mail\/\">E-Mail<\/a>, Chats und Diskussionsforen, Audio- und Videokonferenzen, Whiteboards, Mashups, Podcasts, Wikis, Blogs und Mikroblogs sowie Virtuelle Klassenzimmer. Von einer Universit\u00e4t oder mehreren Hochschulen betriebene <a title=\"Lernplattform\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/uebergreifender-teil\/e-learning-technologie\/lernplattform\/\">Lernplattformen<\/a> integrieren Prozesse und Anwendungen und stellen einen zentralen und individuellen Zugang bereit.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Neben der Virtualisierung des Lehrens und Lernens im engeren Sinne k\u00f6nnen mit dem Begriff der virtuellen Universit\u00e4t auch Entwicklungen in Organisation, Verwaltung und Bibliothek sowie im Bereich des <a title=\"Wissensmanagement\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/wissensmanagement\/\">Wissensmanagements<\/a> angesprochen werden. Interessierte bewerben oder immatrikulieren sich \u00fcber einen Online-Service, Studierende melden sich \u00fcber die Lernplattform f\u00fcr Veranstaltungen und Pr\u00fcfungen an, nehmen w\u00e4hrend oder am Ende der Veranstaltungen an Online-Pr\u00fcfungen teil, rufen ihre Ergebnisse in einem pers\u00f6nlichen, gesch\u00fctzten Bereich ab und werden per SMS \u00fcber \u00c4nderungen informiert. Mitarbeitende arbeiten Referenzl\u00f6sungen durch, bringen sich zu rechtlichen und technischen Fragen auf den neuesten Stand und vernetzen sich zu Themen und Projekten. Bibliotheken bauen Volltextserver auf, erm\u00f6glichen den Zugriff auf elektronische Artikel und initiieren Wikis zu innovativen Anwendungs- und Forschungsgebieten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Virtuelle Hochschulen sind f\u00fcr grundst\u00e4ndige oder erg\u00e4nzende Studieng\u00e4nge interessant, aber auch f\u00fcr die wissenschaftliche Weiterbildung. So bieten verschiedene Fachhochschulen und Universit\u00e4ten virtuelle Aufbau- und Weiterbildungsstudieng\u00e4nge an und gewinnen Mitarbeitende von Unternehmen f\u00fcr die Teilnahme an einem Online-Master. Damit erweitern virtuelle Hochschulen betriebliche Trainingseinrichtungen und Corporate Universities und decken das ganze Spektrum der Aus- und Weiterbildung ab. Zudem leisten sie einen Beitrag f\u00fcr das sogenannte lebenslange Lernen.<\/p>\n<h2>Entwicklung<\/h2>\n<p class=\"wlnormal\">In den USA sind virtuelle Hochschulen bereits seit den 90er-Jahren verbreitet. In Gro\u00dfbritannien hat die 1969 gegr\u00fcndete Open University ihren Sitz, die als eine der gr\u00f6\u00dften Fernhochschulen mit virtuellem Schwerpunkt gelten darf. In Deutschland wurden umfassende Strategien und Konzepte ab Mitte der 1990er-Jahre entwickelt. Impulse gingen dabei von Fernuniversit\u00e4ten ebenso aus wie von Zusammenschl\u00fcssen akademischer Einrichtungen; finanzielle F\u00f6rderungen gab es auf Landes- und auf Bundesebene. Beispiele f\u00fcr virtuelle Hochschulen in Deutschland\u00a0sind die VGU School of Business Informatics, die <a href=\"http:\/\/www.vhb.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Virtuelle Hochschule Bayern (VHB)<\/a> und der Hochschulverbund Virtuelle Fachhochschule (VFH). In der Schweiz wurde\u00a0die virtuelle Lehre von 2000 bis 2008 im Rahmen des Virtuellen Campus Schweiz (SVC), eines nationalen Programms, unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"wlnormal\">Heute sind <a class=\"internal-link\" title=\"E-Learning\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/uebergreifender-teil\/e-learning-strategie\/\">E-Learning<\/a>-, <a class=\"internal-link\" title=\"Blended Learning\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/uebergreifender-teil\/ausbildungsformen\/blended-learning\/\">Blended-Learning<\/a>&#8211; und Mobile-Learning-Angebote und der Einsatz von Lernplattformen an europ\u00e4ischen Hochschulen selbstverst\u00e4ndlich. Die rein virtuelle Lehre hat sich nur vereinzelt etablieren k\u00f6nnen. Selbst Institutionen wie <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.fernuni.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FernUniversit\u00e4t in Hagen<\/a> und <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.ffhs.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fernfachhochschule Schweiz<\/a> (FFHS) wickeln die Lehre nicht nur \u00fcber das Netz, sondern teilweise auch mit konventionellen Medien ab. 2012 haben die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) das Joint Venture <a class=\"external-link\" href=\"http:\/\/www.edx.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">edX<\/a> ins Leben gerufen. Man kann Online-Vorlesungen besuchen und \u00fcber MOOCs sowohl individuell lernen als auch Teil der weltweiten Learning Community sein. Zahlreiche renommierte Hochschulen offerieren inzwischen MOOCs, im deutschsprachigen Raum u.a. TU M\u00fcnchen, TU Graz und Universit\u00e4t Z\u00fcrich, in Eigenverantwortung oder \u00fcber Plattformen wie <a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.coursera.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coursera<\/a> und <a class=\"external-link\" href=\"https:\/\/iversity.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">iversity<\/a>. Dadurch wird die virtuelle Lehre in Deutschland, in \u00d6sterreich und in der Schweiz weiter gest\u00e4rkt.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>Bowen, William G.: Higher Education in the Digital Age. Princeton University Press : Princeton 2013.<\/p>\n<p>Schulmeister, Rolf: Lernplattformen f\u00fcr das virtuelle Lernen: Evaluation und Didaktik. Oldenbourg : M\u00fcnchen 2005.<\/p>\n<p>Schulmeister, Rolf: Virtuelle Universit\u00e4t \u2013 Virtuelles Lernen. Oldenbourg : M\u00fcnchen 2001.<\/p>\n<p>Uhl, Volker: Virtuelle Hochschulen auf dem Bildungsmarkt. Gabler : Wiesbaden 2003.<\/p>\n<p>Yen, Min-Whe: Aufbau und Attraktivit\u00e4t einer virtuellen Universit\u00e4t: Untersuchungen zu ihren Grundformen sowie zu Lernstilen und Lernpr\u00e4ferenzen der Studierenden. Cuvillier : G\u00f6ttingen 2009<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oliver Bendel Virtuelle Universit\u00e4ten sind Hochschulen bzw. Zusammenschl\u00fcsse von akademischen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, die ihren Lehrbetrieb teilweise oder ganz computer- und vor allem internetbasiert abwickeln. Sie sind nicht nur f\u00fcr normale Studieng\u00e4nge interessant, sondern auch f\u00fcr die wissenschaftliche Weiterbildung. 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