{"id":4780,"date":"2019-04-08T12:33:49","date_gmt":"2019-04-08T10:33:49","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.wi-lex.de\/index.php\/wissensmanagement-bausteinmodell-des\/"},"modified":"2022-03-02T15:07:24","modified_gmt":"2022-03-02T14:07:24","slug":"wissensmanagement-bausteinmodell-des","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wi-lex.de\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/wissensmanagement\/wissensmanagement-modelle-des\/wissensmanagement-bausteinmodell-des\/","title":{"rendered":"Wissensmanagement, Bausteinmodell des"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Markus Bick\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/autoren\/autorenverzeichnis\/bick-prof-dr-markus\/\">Markus Bick<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Es gibt zahlreiche Wissensmanagement-Modelle. Das Modell von Probst, Raub und Romhardt beschreibt idealtypisch die Aufgaben bzw. Kernaktivit\u00e4ten des Wissensmanagement und fasst diese in Bausteinen zusammen. Obwohl es als eines der popul\u00e4rsten Modelle gilt, ist es nicht frei von Kritik.<\/em><\/p>\n<h2>Das Modell<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Bausteinmodell [Probst, Raub und Romhardt 1999] wurde erstmals 1997 vorgestellt. Es zielt darauf ab, Unternehmen eine Art Handlungsanleitung zur besseren Beschreibung und einem besseren Verst\u00e4ndnis von Wissensproblemen innerhalb ihrer Organisation anzubieten. Im Vordergrund steht dabei die Dekomposition des Wissensmanagement in intuitiv nachvollziehbare Aufgabenbereiche [Hippner 2001, S. 193]. Diese sogenannten Bausteine des Wissensmanagement stellen eine Konzeptualisierung von Aktivit\u00e4ten dar, die unmittelbar wissensbezogen sind [Probst, Romhardt 1998, S. 133]. Der Ansatz integriert die Elemente Individuum, Gruppe und Organisation sowie die Zielebenen operativ, strategisch und normativ [Probst, Raub und Romhardt 1999, S. 59-61]. Das in Zusammenarbeit mit Unternehmen der sogenannten Geneva Knowledge Group entwickelte Bausteinmodell stellt dabei einen eher praxisorientierten Bezugsrahmen dar.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dieses Modell \u2013 mit seinen Elementen Zielsetzung, Umsetzung und Bewertung \u2013 bildet einen traditionellen Managementprozess ab, der mehrere Aufgaben erf\u00fcllt. Dabei wird innerhalb des Modells zwischen einem<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">\u00e4u\u00dferen Kreislauf<\/span><\/em> (strategische Steuerungsaufgaben) und einem <span class=\"HERVORHEBUNGChar\">inneren Kreislauf<\/span> (Umsetzung) unterschieden. Der innere Kreislauf wird durch den \u00e4u\u00dferen Kreislauf mit den Elementen Zielsetzung (<em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensziele<\/span><\/em>) und Messung (<em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensbewertung<\/span><\/em>) erg\u00e4nzt, so dass das gesamte Modell die Phasen Planung, Realisierung und Kontrolle abbildet. Die Bausteine des inneren Kreislaufs entsprechen den sechs Kernaktivit\u00e4ten <em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensidentifikation<\/span><\/em>, <em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissenserwerb<\/span><\/em>, <em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensentwicklung<\/span><\/em>, <em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissens(ver)teilung<\/span><\/em>, <em><span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensnutzung<\/span><\/em> und <span class=\"HERVORHEBUNGChar\">Wissensbewahrung<\/span> des Modells, welche die operativen Probleme im Umgang mit der Ressource Wissen strukturieren.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image-inline\" src=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Wissensmanagement-Bausteinmodell-des1.jpeg\" alt=\"Bausteinmodell nach Probst et al.\" width=\"467\" height=\"272\" \/><\/p>\n<p class=\"wl_beschriftung\">Abb. 1: Bausteinmodell des Wissensmanagement [Probst, Raub, Romhardt 1999, S. 58]<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die acht Bausteine bilden, wie Abbildung 1 illustriert, einen vernetzten Managementregelkreis. Dabei stehen die Kernaktivit\u00e4ten zwar untereinander in Verbindung, m\u00fcssen aber weder in vorgegebener Reihenfolge noch vollst\u00e4ndig durchlaufen werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass alle Bausteine gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigt werden. Denn zahlreiche Probleme resultieren aus einer isolierten Optimierung einzelner Kernaktivit\u00e4ten.<\/p>\n<h2>Bausteine<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Folgenden werden die Bausteine des Wissensmanagement kurz beschrieben. Dabei werden die jeweils relevanten Aufgabenbereiche verdeutlicht sowie m\u00f6gliche Interventionsbereiche genannt. F\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Beschreibung sei auf die aktuelle Auflage der drei Autoren sowie die unten genannten Quellen verweisen.<\/p>\n<h3>\u00c4u\u00dferer Kreislauf<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensziele<\/em>: Beschreibung des organisationalen Kernwissens, gezielter Aufbau der den konkreten Ebenen zugeordneten F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensbewertung<\/em>: Messung des Erfolgs der formulierten normativen, strategischen und operativen Wissensziele.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Innerer Kreislauf<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensidentifikation<\/em>: Schaffung von Transparenz \u00fcber interne und externe Daten, Informationen, F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissenserwerb<\/em>: Steigerung der eigenen Wissensbasis mit Hilfe externer Wissensquellen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensentwicklung<\/em>: Aufbau neuer F\u00e4higkeiten, Ideen, Prozesse.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissens(ver)teilung<\/em>: Kernaktivit\u00e4ten der Verbreitung vorhandenen Wissens unter Beachtung der Effizienz und des \u00f6konomischen Prinzips der Arbeitsteilung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensnutzung<\/em>: Sicherstellung der Anwendung von Wissen (nach erfolgreicher Identifikation und Verteilung).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Wissensbewahrung<\/em>: Selektion von bewahrungsw\u00fcrdigem Wissen, angemessene Speicherung, regelm\u00e4\u00dfige Aktualisierung.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>W\u00fcrdigung<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Bausteinmodell kann als eines der bekanntesten und meist zitierten Modelle im deutschsprachigen Raum bewertet werden. Es hat dabei zahlreiche Arbeiten zum Thema Wissensmanagement beeinflusst. Der Vorteil des Ansatzes liegt darin, dass abgegrenzte, wissensorientierte Aktivit\u00e4ten zusammen eine Gesamtkonzeption bilden [Probst, Raub, Romhardt 1999, S. 59]. Allerdings bietet das Modell selbst nur wenige konkrete Anhaltspunkte zur Implementierung [North 1999, S. 167] und ist somit nicht unstrittig. So werden beispielsweise die Auswahl der Bausteine und deren Anordnung [Hippner 2001, S. 194] oder eine unzureichende theoretische Fundierung kritisiert [Willke 2001, S. 78].<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p class=\"LITERATURQUELLE\">Hippner, Hajo.: Wissensmanagement in der Langfristprognostik. Lohmar : Eul, 2001.<\/p>\n<p class=\"LITERATURQUELLE\">North, Klaus: Wissensorientierte Unternehmensf\u00fchrung : Wertsch\u00f6pfung durch Wissen. 2. Aufl. Wiesbaden : Gabler, 1999.<\/p>\n<p class=\"LITERATURQUELLE\">Probst, Gilbert ; Romhardt, Kai: Bausteine <span class=\"highlightedSearchTerm\">des<\/span> Wissensmanagements : Ein praxisorientierter Ansatz. In: Dr. Wieselhuber &amp; Partner (Hrsg.): Handbuch Lernende Organisation. 1. Aufl., Nachdruck. Wiesbaden : Gabler, 1998, S. 129 &#8211; 143.<\/p>\n<p class=\"LITERATURQUELLE\">Probst, Gilbert. ; Raub, Steffen ; Romhardt, Kai: Wissen Managen : Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. 3. Aufl. Frankfurt\/Main : Gabler, 1999.<\/p>\n<p class=\"LITERATURQUELLE\">Willke, Helmut: Systemisches Wissensmanagement. Stuttgart : Lucius und Lucius, 1998.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markus Bick Es gibt zahlreiche Wissensmanagement-Modelle. Das Modell von Probst, Raub und Romhardt beschreibt idealtypisch die Aufgaben bzw. Kernaktivit\u00e4ten des Wissensmanagement und fasst diese in Bausteinen zusammen. 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