{"id":4696,"date":"2019-04-08T12:33:45","date_gmt":"2019-04-08T10:33:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.wi-lex.de\/index.php\/vendor-managed-inventory\/"},"modified":"2021-05-20T12:28:13","modified_gmt":"2021-05-20T10:28:13","slug":"vendor-managed-inventory","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wi-lex.de\/lexikon\/inner-und-ueberbetriebliche-informationssysteme\/crm-scm-und-electronic-business\/supply-chain-management\/kooperationsmodelle-im-scm\/vendor-managed-inventory\/","title":{"rendered":"Vendor Managed Inventory"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Kai Riemer\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/autoren\/autorenverzeichnis\/riemer-pd-dr-kai\/\">Kai Riemer<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Vendor Managed Inventory bezeichnet ein Programm, bei dem der Zulieferer, innerhalb vertraglicher Vereinbarungen, voll verantwortlich f\u00fcr das Bestandsmanagement beim Kunden wird.<\/em><\/p>\n<h2>Funktionsweise<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Vendor Managed Inventory (VMI) baut konzeptionell auf den Programmen <a class=\"internal-link\" title=\"Quick Response\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/inner-und-ueberbetriebliche-informationssysteme\/crm-scm-und-electronic-business\/supply-chain-management\/kooperationsmodelle-im-scm\/quick-response\/\">Quick Response (QR)<\/a> und <a class=\"internal-link\" title=\"Continuous Replenishment\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/inner-und-ueberbetriebliche-informationssysteme\/crm-scm-und-electronic-business\/supply-chain-management\/kooperationsmodelle-im-scm\/continuous-replenishment\/\">Continuous Replenishment (CR)<\/a> auf, geht jedoch einen Schritt weiter. Innerhalb eines VMI-Programms ist der Zulieferer oder Hersteller, innerhalb vertraglich vereinbarter Grenzen, verantwortlich f\u00fcr alle Entscheidungen bez\u00fcglich der Best\u00e4nde der eigenen Produkte bei den am VMI-Programm teilnehmenden (Gro\u00df-)H\u00e4ndlern. Ein Unternehmen besitzt somit die Kontrolle \u00fcber Vorratsmenge, Nachf\u00fcllzeitpunkt und Lieferung seiner Waren bei den Abnehmern. Voraussetzung hierf\u00fcr ist, dass die H\u00e4ndler dem Zulieferer aktuelle Point-of-Sale- und Bestandsdaten zur Verf\u00fcgung stellen. Anders als bei QR und CR geht damit die organisatorische, wie auch rechtliche Verantwortung f\u00fcr das Bestandsmanagement vollst\u00e4ndig zum Zulieferer \u00fcber. Bestellungen werden in diesem Sinne keine mehr ausgel\u00f6st. Eine bekannte und, trotz anf\u00e4nglicher Probleme, auch erfolgreiche Umsetzung der VMI-Strategie ist die Partnerschaft zwischen Procter &amp; Gamble (P&amp;G) und Wal-Mart. P&amp;G verwaltet den Bestand all seiner Produkte bei Wal-Mart und \u00fcberwacht deren Bewegungen durch die Distributionsanlagen des Einzelh\u00e4ndlers [Coyle, Bardi, Langley 1996, S.574].<\/p>\n<h2>Auswirkungen<\/h2>\n<div class=\"wl_box\">VMI ist die konsequente Weiterentwicklung der CRP-Idee. VMI kehrt die Rollen um und versetzt den Lieferanten in die Lage die eigenen Best\u00e4nde beim Kunden zu verwalten.<\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aus einer VMI-Partnerschaft, die ein hohes Ma\u00df an Kooperation weit \u00fcber reine Informationsteilung hinaus erfordert, ergeben sich eine Reihe von Vorteilen f\u00fcr beide Parteien. Zulieferer sehen sich einer geringeren Nachfragevariabilit\u00e4t gegen\u00fcber, da Bestellb\u00fcndelungen und durch unsichere Vorhersagen entstandene Bestellschwankungen seitens der H\u00e4ndler vermieden werden. Dadurch k\u00f6nnen bisher zur Bedienung von Nachfragespitzen ben\u00f6tigte Bestands- und Kapazit\u00e4tspuffer abgebaut werden. Die Lieferfrequenz erh\u00f6ht sich mit Einf\u00fchrung von VMI oftmals von monatlich zu w\u00f6chentlich, wodurch sich f\u00fcr Zulieferer eine bessere Ressourcennutzung f\u00fcr Produktion und Transport ergibt, was sich in einer Senkung der Kosten niederschl\u00e4gt. Der Verk\u00e4ufer kann flexibler auf aktuelle Marktgegebenheiten und Nachfragetrends reagieren und einen gleich bleibenden Servicegrad sicherstellen, zugleich wird das Auftreten von stock-outs reduziert und der Service-Level verbessert [Angulo, Nachtmann, Waller 2004, S. 1; Waller, Johnson, Davis 1999, S. 189 f]. Da Konzeptionell eine Bestellstufe in der Supply-Chain wegf\u00e4llt und der Lieferant auf aktuellen Daten arbeitet, wird dem <a class=\"internal-link\" title=\"Bullwhip-Effekt\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/inner-und-ueberbetriebliche-informationssysteme\/crm-scm-und-electronic-business\/supply-chain-management\/planung-in-lieferketten-und-netzwerken\/bullwhip-effekt\/\">Bullwhip-Effekt<\/a> effektiv begegnet, da er sich auf dieser Supply-Chain-Stufe gar nicht mehr entfalten kann.<\/p>\n<h2>Organisatorische Ausgestaltung<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Typischerweise werden zu Beginn der Einf\u00fchrung die Vorschl\u00e4ge und Aktionen des Lieferanten noch vom Abnehmer best\u00e4tigt; das Ziel von VMI ist es jedoch, die Kontrolle \u00fcber die Wiederauff\u00fcllung des Bestandes vollst\u00e4ndig dem Verk\u00e4ufer zu \u00fcberlassen [Waller, Johnson, Davis 1999, S. 183]. Oftmals werden dabei Abmachungen getroffen, bei denen der Zulieferer so lange Eigent\u00fcmer der Ware bleibt, bis diese an den Endkunden verkauft wird. Dadurch sinken die Lagerbestandskosten des Abnehmers, und das Interesse des Zulieferers an einem m\u00f6glichst effektiven Bestandsmanagement wird gesteigert. F\u00fcr den Hersteller ergeben sich dadurch zwar Nachteile, da er den Warenbestand l\u00e4nger halten muss, jedoch bleibt ihm oftmals aufgrund der bereits erw\u00e4hnten Marktmacht nichts anderes \u00fcbrig, als auf diese Konstellation einzugehen. Zudem ist das VMI-Programm auch bei dieser Regelung f\u00fcr den Zulieferer vorteilhaft, da sich durch die bessere Koordination die Gesamtkosten erheblich senken lassen [Simchi-Levi, Kaminski, Simchi-Levi 2003, S. 155 f].<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>Angulo, Andres; Nachtmann, Heather; Waller, Matthew: Supply-Chain Information Sharing in a Vendor Managed Inventory Partnership. 2004, verf\u00fcgbar online.<\/p>\n<p>Coyle, John J.; Bardi, Edward J.; Langley, C. John: The Management of Business Logistics. 6. Aufl., St. Paul, MN u.a. : South-Western College Pub, 1996.<\/p>\n<p>Simchi-Levi, David; Kaminsky, Philip; Simchi-Levi Edith: Designingr &amp; Managing the Supply-Chain. 2. Aufl., Boston, MA u.a. :r Mcgraw-Hill, 2003.<\/p>\n<p>Waller, Matt; Johnson, M. Eric; Davis, Tom: Vendor Managed Inventory in the Retail Supply-Chain. In: Journal of Business Logistics, 20 (1999), Nr. 1, S. 183-203<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kai Riemer Vendor Managed Inventory bezeichnet ein Programm, bei dem der Zulieferer, innerhalb vertraglicher Vereinbarungen, voll verantwortlich f\u00fcr das Bestandsmanagement beim Kunden wird. 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