{"id":3858,"date":"2019-04-08T12:33:13","date_gmt":"2019-04-08T10:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.wi-lex.de\/index.php\/datenbankmanagementsystem\/"},"modified":"2023-01-23T19:14:50","modified_gmt":"2023-01-23T18:14:50","slug":"datenbankmanagementsystem","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wi-lex.de\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/datenmanagement\/datenbanksystem\/datenbankmanagementsystem\/","title":{"rendered":"Datenbankmanagementsystem"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Roland Gabriel\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/autoren\/autorenverzeichnis\/gabriel-prof-dr-roland\/\">Roland Gabriel<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Datenbankmanagementsysteme als Kernkomponente eines Datenbanksystems erf\u00fcllen vielf\u00e4ltige Aufgaben zur Entwicklung und Nutzung eines Datenbanksystems. Sie stellen eine Datenmanipulationssprache, Datendefinitionssprache und ein Datenw\u00f6rterbuch zur Verf\u00fcgung. Von den verschiedenen Auspr\u00e4gungen eines Datenbanksystems<\/em> <em>kommen in den betrieblichen Anwendungen insbesondere relationale und auch non-relationale Datenbankmanagementsysteme (NoSQL-Systeme) <span class=\"s1\">[<\/span>Weber et al. 2022, S. 155ff.; Gehring, Gabriel 2022, S. 830ff.] zum Einsatz.<\/em><\/p>\n<h2>Aufgaben<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ein Datenbankmanagementsystem bzw. Data Base Management System (DBMS) ist die Systemsoftware eines <a class=\"internal-link\" title=\"Datenbanksystem\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/datenmanagement\/datenbanksystem\/\">Datenbanksystems<\/a> (DBS) und damit neben der Datenbank, in der die Daten gespeichert werden, und der <span class=\"wl_hervorhebung\">Datenbankkommunikationsschnittstelle<\/span> bzw. <span class=\"wl_hervorhebung\">Benutzungsschnittstelle<\/span> eine der Kernkomponenten eines Datenbanksystems (DBS) [Gabriel, R\u00f6hrs 1995, S. 256]. Alternativ wird ein Datenbankmanagementsystem auch als Datenbankverwaltungssystem (DBVS) bezeichnet. Ein DBMS \u00fcbernimmt Aufgaben, die einerseits die <span class=\"wl_hervorhebung\">Verwaltung<\/span>, <span class=\"wl_hervorhebung\">Steuerung<\/span> und <span class=\"wl_hervorhebung\">Kontrolle<\/span> der in einer Datenbank vorgehaltenen Daten zum Ziel haben und andererseits die <span class=\"wl_hervorhebung\">Steuerung des Datenzugriffs<\/span> \u00fcber die Kommunikationsschnittstelle, so z. B. \u00fcber eine DB-Sprache, betreffen [Rob, Coronel 2007, S. 6ff.]. Damit erf\u00fcllt ein DBMS Aufgaben, die klassischerweise von Betriebssystemen erbracht werden, die ein DV-System steuern und kontrollieren. Im Einzelnen umfasst die Funktionalit\u00e4t eines DBMS:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die Durchf\u00fchrung der Datenspeicherung,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die Verwaltung der Daten auf Basis des zugrunde gelegten Datenmodells. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise die Definition von Attributen und Datentypen, die Bereitstellung von Suchfunktionen etc.,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die Durchf\u00fchrung lesender und schreibender Datenzugriffe \u00fcber definierte Datenbankoperationen,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die Gew\u00e4hrleistung des Mehrbenutzerzugriffs auf die Daten \u00fcber eine entsprechende Kommunikationsschnittstelle bzw. Sprache,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die \u201eoptimale\u201c Ausnutzung des vorhandenen Speichers und den \u201eoptimalen\u201c Zugriff auf die Daten \u00fcber effiziente Zugriffspfade und Indizes,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">die Gew\u00e4hrleistung der Datensicherheit und des Datenschutzes.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Komponenten<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend ein DBMS die oben beschriebenen Funktionen erf\u00fcllt, erfolgt die Verarbeitung der Daten durch diverse Anwender und Anwendungsprogramme, die \u00fcber die Kommunikationsschnittstelle mittels einer Benutzersprache (z.B. <a class=\"internal-link\" title=\"Structured Query Language\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/datenmanagement\/datenbanksystem\/structured-query-language\/\">SQL<\/a>) auf die Daten des DBS zugreifen und diese ver\u00e4ndern k\u00f6nnen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>[Hansen, Mendling, Neumann 2019, S. 462f.]. Damit sich die Daten erstellen, manipulieren und auswerten lassen, stellen DBMS folgende Komponenten zur Verf\u00fcgung [Laudon, Laudon, Schoder 2016, S.274ff.]:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span class=\"wl_hervorhebung\">Datendefinitionssprache<\/span>: Mit Hilfe einer Datendefinitionssprache bzw. Data Definition Language (DDL) als Teil einer Benutzersprache wird die Struktur des Datenbankinhalts angelegt [Gabriel, R\u00f6hrs 2003, S. 78ff. ; Rob, Coronel 2007, S. 216ff.]. Mit der DDL lassen sich alle Objekte erzeugen, ver\u00e4ndern und l\u00f6schen, die in der Datenbank zum Einsatz kommen sollen. Relationen, Indizes, Referenzen oder Benutzerrechte stellen derartige Objekte einer Datenbank dar.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span class=\"wl_hervorhebung\">Datenmanipulationssprache<\/span>: Eine Datenmanipulationssprache bzw. Data Manipulation Language (DML) als weiterer Teil einer Benutzersprache erm\u00f6glicht die Bearbeitung der in einer Datenbank enthaltenen Daten. Der Befehlsumfang umfasst Operationen, mit denen sich Daten einf\u00fcgen, \u00e4ndern, auslesen oder l\u00f6schen lassen [Gabriel, R\u00f6hrs 2003, S. 64ff. ; Rob, Coronel 2007, S. 230ff.].<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span class=\"wl_hervorhebung\">Datenw\u00f6rterbuch<\/span>: Das Datenw\u00f6rterbuch bzw. Data Dictionary stellt eine weitere Komponente eines DBMS dar. Ein Data Dictionary enth\u00e4lt alle Informationen \u00fcber die in der Datenbank gespeicherten Daten [Gehring, Gabriel 2022, S. 806ff.]. Derartige Daten, die auch als <span class=\"wl_hervorhebung\">Metadaten<\/span> bezeichnet werden, liefern zum einen Angaben \u00fcber die inhaltliche Bedeutung der gespeicherten Daten. Zum andern informieren die Metadaten \u00fcber die physische Repr\u00e4sentation und die Autorisierung zur Nutzung der Daten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_16803\" aria-describedby=\"caption-attachment-16803\" style=\"width: 553px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16803\" src=\"https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-300x214.png\" alt=\"\" width=\"553\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-300x214.png 300w, https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-1024x730.png 1024w, https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-768x547.png 768w, https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-1536x1095.png 1536w, https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55-360x257.png 360w, https:\/\/wi-lex.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Bildschirmfoto-2023-01-23-um-19.04.55.png 1580w\" sizes=\"auto, (max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-16803\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Komponenten eines Datenbankverwaltungssystems [Gehring, Gabriel 2022, S. 809]<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Auspr\u00e4gungen<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das DBMS wird je nach Anwendungsbereich auf einem PC bzw. einer Workstation oder einem Server installiert und konfiguriert. Mit der Entscheidung f\u00fcr ein DBMS f\u00e4llt auch die Wahl des entsprechenden Datenmodells, das der zu unterst\u00fctzenden DB-Anwendung zugrunde liegen soll. Als potenzielle Auspr\u00e4gungen eines Datenbankmodells stehen netzwerkorientierte, hierarchische, relationale, non-relationale, objektorientierte, objekt-relationale und multidimensionale Datenbankschemata zur Verf\u00fcgung [Rob, Coronel 2007, S. 32ff.].<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Vor dem Hintergrund der anhaltenden Bedeutung des relationalen Datenmodells werden heute nach wie vor \u00fcberwiegend <span class=\"wl_hervorhebung\">relationale DBMS<\/span> betrieben. Hierzu hat sich in den vergangenen Jahren neben den diversen kommerziellen Produkten, die von Herstellern wie z. B. IBM, Microsoft oder Oracle produziert und vertrieben werden, ein wachsendes Interesse an <span class=\"wl_hervorhebung\">Open Source-DBMS<\/span> herauskristallisiert. <span class=\"wl_hervorhebung\">Objektorientierte DBMS<\/span>, die sich an den Konzepten des objektorientierten Paradigmas orientieren, sowie <span class=\"wl_hervorhebung\">objekt-relationale DBMS<\/span>, die eine Zwischenform relationaler und objektorientierter DBMS darstellen, spielen zur Verarbeitung komplex strukturierter Daten, d. h. von Daten und Texten mit Bildern, Videosequenzen und Sprache, im Rahmen von Multimediaanwendungen oder Wissensbasierten Systemen eine Rolle [Gabriel, R\u00f6hrs 2003, S. 328ff.]. Neben diesen Auspr\u00e4gungen eines DBMS haben sich in den vergangenen Jahren <span class=\"wl_hervorhebung\">multidimensionale DBMS<\/span> durchgesetzt, die insbesondere zur Gestaltung von<a class=\"internal-link\" title=\"Data Warehouse\" href=\"https:\/\/www.wi-lex.de\/index.php\/lexikon\/informations-daten-und-wissensmanagement\/business-intelligence\/data-warehouse\/\"> Data Warehouse<\/a>-Anwendungen genutzt werden. Ziel dieser Anwendungen ist es, eine flexible und schnelle Analyse multidimensional modellierter Daten zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p class=\"wl_literaturquelle\">Gabriel, Roland ; R\u00f6hrs, Heinz-Peter: Gestaltung und Einsatz von Datenbanksystemen \u2013 Data Base Engineering und Datenbankarchitekturen. Berlin, Heidelberg : Springer, 2003.<\/p>\n<p class=\"wl_literaturquelle\">Gabriel, Roland ; R\u00f6hrs, Heinz-Peter: Datenbanksysteme: Konzeptionelle Datenmodellierung und Datenbankarchitekturen. 2. Auflage. Berlin, Heidelberg : Springer, 1995.<\/p>\n<p class=\"p1\">Gehring, Hermann; Gabriel, Roland: Wirtschaftsinformatik, Wiesbaden: Springer Gabler 2022<\/p>\n<p class=\"p1\">Hansen, Hans Robert; Mendling, Jan; Neumann, Gustaf: Wirtschaftsinformatik, 12. Auflage, Berlin, Boston: De Gruyter, Oldenbourg 2019<\/p>\n<p class=\"p1\">Laudon, Kenneth C.; Laudon, Jane P.; Schoder, Detlef: Wirtschaftsinformatik, 3. Auflage, Halbergmoos: Pearson 2016<\/p>\n<p class=\"wl_literaturquelle\">Rob, Peter ; Coronel, Carlos: Database Systems: Design, Implementation and Management. Seventh Edition. Boston, MA : Course Technology 2007.<\/p>\n<p class=\"p1\">Weber, Peter; Gabriel, Roland; Lux, Thomas; Menke, Katharina: Basiswissen Wirtschaftsinformatik, 4. Auflage, Wiesbaden: Springer Vieweg 2022<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roland Gabriel Datenbankmanagementsysteme als Kernkomponente eines Datenbanksystems erf\u00fcllen vielf\u00e4ltige Aufgaben zur Entwicklung und Nutzung eines Datenbanksystems. Sie stellen eine Datenmanipulationssprache, Datendefinitionssprache und ein Datenw\u00f6rterbuch zur Verf\u00fcgung. 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